Geschichte - Lexikon
Koalitionskriege
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Geschichte |
Die Koalitionen 1. Koalition | Österreich, Preußen, Großbritannien, Spanien und Piemont | 1792 - 1797 | 2. Koalition | Russland, Großbritannien, Österreich, dem Osmanischen Reich, Portugal, Neapel und Kirchenstaat | 1798 - 1801 | 3. Koalition | Österreich, Großbritannien, Russland und Schweden | 1805 | 4. Koalition | Preußen, Sachsen und Russland | 1806 – 1807 | 5. Koalition | Großbritannien und Österreich | 1809 | 6. Koalition | Großbritannien, Russland, Preußen, Schweden, Österreich und diverse deutsche Kleinstaaten | 1812 - 1814 |
Die Nummerierung der Koalitionen und die Koalitionskriege sind nicht gleichbedeutend. Neben der Bezeichnung Koalitionskriege sind auch die Begriffe Revolutionskriege, Napoleonische Kriege und Befreiungskriege weit verbreitet.
Revolutionskriege | 1792 – 1802 | 1.+ 2. Koalition | Napoleonische Kriege | 1804 -1812 | 3. bis 5. Koalition | Befreiungskriege | 1813 – 1814 | 6. Koalition |
Die militärischen Auseinandersetzungen sind nicht nur in den Koalitionskriegen zu finden. Zwischen dem 1. und 2. Koalitionskrieg hatte zum Beispiel England den Krieg gegen Frankreich alleine fortgesetzt. Der spanische Befreiungskrieg, der Krieg Österreichs gegen Frankreich von 1809 und der französische Russlandfeldzug werden oft fälschlicherweise den Koalitionskriegen zugeordnet.
Zur besseren Einordnung hier eine Tabelle zur Abgrenzung der Bezeichnungen: 1. Koalitionskrieg | 1792-1797 | 2. Koalitionskrieg | 1799-1802 | 3. Koalitionskrieg | 1805/06 | 4. Koalitionskrieg | 1806/07 | Krieg in Spanien | 1808-1814 | Krieg Österreich gegen Frankreich | 1809 | Russischer Feldzug Napoleons | 1812 | 5. Koalitionskrieg | 1813-1815 |
Die Koalitionskriege
Erster Koalitionskrieg (1792 – 1797) | Ausgangslage Die 1. Koalition war der erste Versuch republikanische Entwicklungen in ganz Europa aufzuhalten. Kaiser Leopold hatte darüber hinaus Interesse daran seinen Schwager Ludwig XVI. zu unterstützen. Die „Idee der Gemeinschaft der Interessen aller Fürsten Europas“ machte die Runde und im Angesicht der Französischen Revolution standen die Fürstenhäuser tatsächlich eng zusammen. Daher erfolge als Verteidigungsreaktion die Kriegserklärung der französischen Revolutionäre an Österreich, dem Preußen, Sardinien, Neapel, Niederlande, Spanien, Portugal und England beisprangen | Bedeutende Schlachten | Auswirkungen Die Koalitionäre rechneten nicht mit dem massiven Widerstand der Franzosen. In Ihren Augen war es fast ausgeschlossen, dass ein revolutionäres Bürger- und Bauernheer in der Lage sei den aus dem Siebenjährigen Krieg kampferprobten Heeren zu widerstehen. „Levée en masse“, die Mobilisierung der Massen, gelang den Franzosen und die hohe Motivation, sowie neuartiges taktisches Vorgehen, führten letztendlich zum Sieg Frankreichs über die 1. Koalition. 1795 schloss Preußen den Baseler Frieden, dem sich Spanien anschloss, und konnte, für den Preis des Rheinlands, damit für die nächsten 10 Jahre den Frieden sichern. 1797 mussten Österreich und Sardinien den Frieden von Campo Formio schließen. England setzte den Kampf gegen Frankreich alleine fort. Die Franzosen drangen in Europa weiter vor, bildeten 1798 die Römische und die Helvetische Republik. |

Zweiter Koalitionskrieg (1798 – 1801) | Ausgangslage Napoleon Bonapartes Ägyptenexpedition, welche den Krieg gegen die Türkei bedeutete, saß nach der Schlacht von Aboukir fest. Die französische Hoffung England durch die Entsendung einer Irlandexpedition zu schwächen schlug ebenfalls fehl. Frankreichs Feinde sahen darin ausreichend Indizien für ein Ende der französischen Expansion und versuchten die Verluste aus dem ersten Koalitionskrieg wieder auszugleichen. Der 2. Koalitionskrieg wurde vor allem in Norditalien und in der Schweiz ausgetragen. | Bedeutende Schlachten | Auswirkungen Nach anfänglichen Erfolgen bröckelte die Front der Alliierten. Nachdem sich Russland zurückgezogen hatte, stand Österreich auf dem Festland praktisch alleine den Franzosen gegenüber. Napoleon kehrte rechzeitig aus Ägypten zurück um den Österreichern in Italien entgegenzutreten. Österreicher musste nach der Niederlage von Hohenlinden den Frieden von Lunéville annehmen und die Abtretung der linksrheinischen Gebiete an Frankreich zustimmen. Die Entschädigung der deutschen Fürsten für ihre Gebietsverluste wurden 1803 im Reichsdeputationshauptschluss geregelt Der Friede von Amiens, zwischen England und Frankreich, beendete die 2. Koalition. Frankreich konnte seine Expansion vor allem in Italien fortsetzen und hat damit endgültig die Macht der Sonnenkönige in den Schatten gestellt. |

Dritter Koalitionkrieg (1805) | Ausgangslage Napoleon zieht an der Kanalküste eine gewaltige Armee zusammen. Der englische Premierminister Pitt sucht Verbündete für eine neue Koalition gegen Frankreich. In Russland findet er einen Partner Napoleon schockiert den europäischen Adel durch die Entführung und Hinrichtung des Herzog von Enghien. Nach der Annektierung von Genua tritt Österreich dem Bündnis bei. Preußen bleibt neutral, Bayern entscheidet sich für Frankreich. | Bedeutende Schlachten | Auswirkungen Der Friede von Preßburg (26. Dezember 1805) zwang Österreich zur Abtretung von Tirol, Vorarlberg, Trentin, Istrien und Dalmatien. Franz sagt sich von England los, die 3. Koalition ist beendet. Franz II.. legte die römisch-deutsche Kaiserwürde nieder. Wenig später stirbt Premierminister Pitt, der Architekt der 3. Koalition, in England. Mit seinem Tod endete auch die 3. Koalition. Napoleon hatte einen grandiosen Sieg erreicht, doch England blieb weiterhin unantastbar. Darüber hinaus hatten die Engländer nach der Schlacht von Trafalgar endgültig ihre Seemacht gegenüber Frankreich verteidigt. Napoleon versuchte daraufhin England durch die Kontinentalsperre (1806 - 1813) in den Griff zu bekommen. |

Vierter Koalitionskrieg (1806-1807) | Ausgangslage Preußen war durch seine Neutralitätspolitik in eine Isolierung geraten. Durch die mit Napoleon vereinbarte Besetzung Hannovers befand es sich mit England im Krieg. Napoleons Angebot der Rückgabe Hannovers an England führte schliesslich zum Bruch mit Frankreich. | Bedeutende Schlachten Jena und Auersted (14. Oktober 1806) Preußisch Eylau (7. - 8. Februar 1807) Friedland (14. Juni 1807)
| Auswirkungen Der Sieg Napoleons bei Friedland über die Russen zwang Alexander I. von Russland zum Frieden von Tilsit (7. Juli 1807), dem sich Preußen zwei Tage später anschloss. Dem militärischen Zusammenbruch Preußens wäre der politische gefolgt, wenn sich Russland nicht vehement für die Erhaltung des Staates eingesetzt hätte. Preußen musste sich auf die Gebiete östlich der Elbe beschränken, war aber immer noch ein ausreichender Puffer zwischen Frankreich und Russland. |

Fünfter Koalitionskrieg (1813 – 1814, bzw. 1815) | Ausgangslage Der französische Russlandfeldzug, der Russland wieder in die Kontinentalsperre gegen England zwingen sollte, von 1812 endete in einer Katastrophe für Napoleon. Die Grande Armée, insgesamt 600.000 Mann, gewinnt zwar die Schlacht von Borodino und kann Moskau einnehmen, die russische Strategie der „verbrannten Erde“ zwingt Napoleon jedoch in die Knie. Die gewaltigen Anstrengungen im Osten bekommt Frankreich auch in Spanien zu spüren. In der Schlacht von Vitoria (21. Juni 1813) werden die Franzosen besiegt und müssen sich über die Pyrenäen zurückziehen. | Bedeutende Schlachten Großgörschen (2. Mai 1813) Bautzen (20.Mai. - 21. Mai 1813) Großbeeren (23. August 1813) Völkerschlacht bei Leipzig (16. Oktober - 19. Oktober 1813)
| Auswirkungen Napoleons Nimbus als unbesiegbarer Feldherr war nach dem Fiasko in Russland dahin. Dies ermutigte wiederum viele Fürsten sich zu erheben. Daher wird der 5. Koalitionskrieg auch als Befreiungskriege bezeichnet. Napoleon ist nach der Völkerschlacht gezwungen, sich nach Frankreich zurückzuziehen. Es kommt zum Vertrag von Chaumont am 9. März 1814. Am 31. März nehmen die alliierten Truppen Paris ein. Napoleon dankt am 6. April ab. Es folgt der Vertrag von Fontainebleau. Die Regentschaft der Bourbonen wird wiederhergestellt. Napoleon wird nach Elba verbannt. Napoleon gelang es 1815 von Elba zu fliehen und konnte für weitere 100 Tage die Herrschaft über Frankreich nehmen. In der Schlacht von Waterloo wurde er von einem alliierten Heer unter Wellington und Blücher vernichtend geschlagen. Nach dieser Niederlage wird er auf die weit abgelegene Insel St. Helena verbannt, wo er auch 1821 stirbt. |
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Erstellt von Threepwood |

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