Hier sind unsere eigenen Buchbesprechungen zu den Themenbereichen von Line of Battle versammelt. Zeitlich reicht dabei das Interesse, insbesondere an der Seefahrt und Seekrieg, über den engen napoleonischen Zeitrahmen hinaus, so daß schwerpunktmäßig Literatur zum 18. und beginnenden 19. Jahrhundert zu finden ist.

Der Weg nach Trafalgar


Titel: Der Weg nach Trafalgar

Autor: Mirco Graetz

Verlag:

ISBN: 3000219269

Umfang: 192 Seiten


Kommentar:

Lauter kleine Meilensteine auf dem Weg zur wichtigsten Seeschlacht der napoleonischen Epoche in einem Buch.

Der Weg nach Trafalgar schildert detailliert und in chronologischer Reihenfolge den Weg zur letzten Schlacht des berühmten englischen Seehelden Horatio Nelson.

Es gibt viele Bücher über die Schlacht, welche nicht konsequent die Ereignisse vor und nach der Schlacht in der richtigen Reihenfolge darstellen. "Der Weg nach Trafalgar" macht es besser, denn niemals verliert man sich im Chaos der Schlacht, sondern erhält durch den Autor eine überzeugende Sicht auf die wichtigen Ereignisse.

Über die beteiligten Marinen kann man natürlich viele Bücher schreiben, hier finden sich jedoch ausschließlich für die Schlacht relevante Informationen wieder.

"Der Weg nach Trafalgar" ist hoffentlich nur das erste Fachbuch einer Reihe über wichtige Seeschlachten des Autors.

The Line of Battle

Titel: The Line of Battle

Originaltitel: The Sailing Warship 1650 - 1840

Autor: Robert Gardiner

Verlag: Conway Maritime Press

ISBN: 0851779549

Umfang: 208 Seiten


Kommentar:

Mit Beiträgen von Robert Gardiner, Brian Lavery, Karl Heinz Marquardt, John Harland, Chris Ware u.a. , viele Abbildungen, durchgehend sw.

Dieser Band ist ein hervorragender Überblick über die Segelkriegsschiffe im Zeitalter der Kiellinientaktik. Dabei ist es mehr als man dem Titel nach vermuten könnte, denn es geht nicht nur um die Schlachtflotte an sich. In jeweils einem Kapitel werden Linienschiffe, Fregatten, Sloops etc, gaffelgetakelte Kriegsschiffe (Kutter, Schoner usw), Brander & Bombardierschiffe, Ruderkriegsfahrzeuge, Unterstützungsfahrzeuge (Hulks, Hafendienstschiffe, Kamele) vorgestellt.
Weitere Kapitel umfassen Entwurf und Konstruktion von Schiffen, Takelage, Ausrüstung, Artillerie, Schiffsdekoration, Seemannschaft und schließlich Taktik.

Ein großes plus ist, daß sich die Darstellung nicht nur auf die Royal Navy beschränkt, sondern daß der Ansatz international ist, d.h. man erfährt auch einiges über ausländische Marinen, wenngleich der Schwerpunkt eindeutig auf der britischen Marine liegt.

Hervorzuheben ist der Abschnitt von Robert Gardiner über Sloop, Corvette & Brig, welcher, wenngleich knapp, sicherlich die beste derzeit erhältliche Gesamtdarstellung über die bislang arg vernachlässigten Fahrzeuge ist.

Der Qualität des Buchs sehr zuträglich ist der Umstand, daß die Beiträge von jeweils renommierten Fachleuten des speziellen Themas verfaßt wurden, z.B. Brian Lavery über die Linienschiffe, Chris Ware über Brander und Bombardierschiffe, K.H. Marquardt befaßt sich mit der Takelage, John Harland mit Seemannschaft.
Was in diesem Buch nicht enthalten ist ist das Leben an Bord, Mannschaften und Ränge, Organisationsstrukturen. Das ist etwas bedauerlich, denn ein einzelnes Kapitel darüber wäre sicher nicht sehr tiefschürfend gewesen, hätte das Bild aber abgerundet. Jedoch ist der Ansatz der Reihe "History of the Ship" eher technisch, und für die andere Thematik kann auf andere Werke zurückgegriffen werden.

Die Austattung des großformatigen Buchs (ca 29 *24 cm) ist gut. Es finden sich sehr viele Schiffspläne, Modellfotos, Gemälde- und Stichreproduktionen sowie moderne techn. Zeichnungen. Sehr gut ist die ausführliche Bibliographie im Anhang.

Segelschiffe im Pulverdampf

Titel: Segelschiffe im Pulverdampf

Originaltitel: Das Ringen um die Seeherrschaft in Europa

Autor: Jean Meyer/Martine Acerra

Verlag: Delius Klasing

ISBN: 3768806898

Umfang: 288 Seiten


Kommentar:

Dieses große, schwere Buch versucht nicht nur eine isolierte kriegsgeschichtliche, sondern eine allgemeine Geschichte der maritimen Entwicklung Europas seit etwa 1600 bis ins 19. Jahrhundert. Nützlich ist das Buch, weil es aus eher französicher Sicht geschrieben ist, so daß es ein interessanter Kontrast zu den dominierenden britischen zentrierten Darstellungen ist. Die Texte sind oft etwas zu allgemein geschrieben. Der größere Wert des Buchs besteht m.E in den ausgezeichneten Abbildungen von Gemälden, Karten von Hafenstädten sowie Fotos einiger Schiffsmodelle und verschiedener maritimer Objekte. Im Anhang befindet sich eine kleines Glossar sowie Zeittafeln mit Seekriegen und Seeschlachten.

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