Siebenjährige Krieg - Seven Years' War - Guerre de Sept Ans

Vertrag von Westminster - Kriegserklärung Großbritanniens an Frankreich - Lobositz - Offensivbündnis Frankreich und Österreich - Kolin - Hastenbeck - Groß-Jägersdorf - Moys - Konvention vom Kloster Zeven - Roßbach - Leuthen - Minden - Kunersdorf - Torgau - Frieden von Hubertusburg

Details in der Chronik
20.05.1756Menorca - Siege of Fort St. Philip oder Fall of Minorca - Bataille de Minorque
Europa, westliches Mittelmeer

  • Frankreich und Spanien, unter Marquis de la Galissoniéree (12 Linienschiffe und 5 Fregatten),  erringen einen strategischen Sieg über Großbritannien unter John Byng (12 Linienschiffe und 7 Fregatten).
  • Die Briten verlieren die Insel Menorca.

150 französische Transporter mit 15.000 Mann und 12 Linienschiffe unter dem Kommando des Marquis de la Galissonniére liefen aus Toulon aus um die Mittelmeerinsel Menorca zu erobern. Mitte April landeten die Franzosen auf der Insel und drängten die englische Garnison in das Fort St. Philip zurück.

Ein britischer Verband unter dem Kommando von Admiral Byng traf vor Menorca auf die französische Flotte. Die Schlacht war geprägt von Byngs Bestrebungen die Befehle für Taktik möglichst genau zu befolgen. Dadurch verpasste er die Möglichkeit die gegnerische Flotte zu besiegen. Der französische Admiral brach die Schlacht ab.

Menorca blieb bis zum Ende des Kriegs in französischer Hand. Byng hatte sich zwar nichts vorzuwerfen, dennoch wurde er vor ein Kriegsgericht gestellt. Da er, nach Meinung der Admiralität, nicht das Äußerste für den Sieg getan hatte, wurde er zum Tode verurteilt. Tatsächlich brauchte die englische Regierung einen Sündenbock um von dem Verlust der Insel abzulenken.

20.09.1757Raid on Rochefort oder Descent on Rochefort
Europa

  • Abbruch der britischen Landeoperation ohne Eroberung des Hafens von Rochefort
  • Rückzug der Briten

Um die verbündeten Preussen zu entlasten, begannen die Engländer mit einer Reihe von amphibischen Operationen an der französischen Küste. Das erste Ziel war die französische Hafenstadt Rochfort. Mit der Übernahme von französischen Häfen erhoffte man den Abzug von Truppen des europäischen Kriegsschauplatzes und den Schutz von britischen Handelsschiffen.

Die Operation endete in einem Fehlschlag. Aufgrund widriger Umstände griffen die Briten nicht unmittelbar den Hafen an. Zwar gelang es auf der benachbarten Insel Aix zu landen, der Eroberungsversuch von Rochefort musste jedoch abgebrochen werden. Am 1. Oktober verließ die britische Expedition das Festland, räumte die Insel Aix und kehrte am 6. Oktober nach England zurück.

29.04.1758Schlacht von Cuddalore Battle of Cuddalore Batailles pour Gondelour
Golf von Bengalen, Indischer Ozean

  • Großbritannien unter George Pocock (10 Linienschiffe) erreicht ein Unentschieden gegen Frankreich unter Comte d’Aché (9 Linienschiffe)
  • Franzosen brechen die Schlacht ab

Sir George Pocock wurde entsandt um das belagerte Fort St. David, ein britischer Stützpunkt südöstlich von Indien, zu befreien. Am 29. April traf er mit sieben Schiffen auf acht französische Schiffe unter dem Kommando von Comte d’ Aché. Drei seiner Schiffe konnten nicht rechtzeitig in die Schlacht eingreifen. Das britische Flaggschiff erlitt großen Schaden an der Takelage. Die Franzosen brachen die Schlacht ab, nach dem die englische Nachhut das Schlachtfeld erreichten. Pocock war nicht in der Lage die Verfolgung aufzunehmen.

05.06.1758Raid on St Malo
Europa, Ärmelkanal

  • Britisches Vorhaben den Hafen von St. Malo zu erobern misslingt
  • 30 französische Kaperschiffe und mehr als 100 kleinere Boote können verbrannt werden
  • Frankreich verstärkt die Sicherung der eigenen Küste

Trotz des Fehlschlags der Expedition gegen Rochefort im Herbst 1757, gehen die Briten erneut gegen eine französische Hafenstadt vor. Am 5. Juni 1758 ist St. Malo an der bretonischen Küste das Ziel einer britischen Expedition. Der Duke of Marlborough verantwortete die Landeoperation, während Richard Howe das Kommando über die Flotte hatte.

Der Hafen von St. Malo wurde im 17. und 18. Jahrhundert stark befestigt. Vauban baute neue Mauern und übersäte die Bucht mit zahlreichen Forts, um den Hafen uneinnehmbar zu machen. Tatsächlich leisteten die Befestigungen ihren Dienst, es gelang auch nach einwöchiger Belagerung nicht den Hafen zu erobern. Stattdessen konnten die Briten mehr als 100 kleinere Schiffe und Boote im nahegelegenen Saint-Servan verbrennen.

08.06.1758Louisburg - Siege of Louisbourg – Siège de Louisbourg
Atlantik, Nordamerika, kanadische Küste

  • Englischer Sieg
  • Franzosen verlieren Louisbourg
  • Der Weg nach Quebec ist für die Engländer frei

 

Bereits im Jahr 1757 gab es den erfolglosen Versuch Louisburg zu erobern. Die französischen Verteidiger ließen sich jedoch nicht aus dem gut geschützten Hafen herauslocken und so musste die Expedition abgebrochen werden.

Ein Jahr später versuchte eine noch größere amphibische Streitmacht. unter dem Kommando von Generelmajor Abercromby, die erneute Eroberung des wichtigen Hafens. Marinebefehlshaber war Admiral Boscawen.

Dieses Mal sollte der Erfolg nicht davon abhängen, ob sich die Franzosen aus dem Hafen trauten. Unter dem Kommando von James Wolfe landeten die britischen Soldaten einige Kilometer westlich von dem gut befestigen Louisburg. Nach harten Kämpfen gelang es ihnen einen Brückenkopf zu bilden. Die britischen Soldaten eroberten die Küstenbatterien der Franzosen, während Boscawen den Hafen blockierte. Die Verteidiger wurden in die Befestigung der Stadt gezwungen und mussten sich nach sechswöchiger Belagerung am 26. Juli ergeben.

Mit dem Verlust von Louisburg verlor Frankreich seinen Einfluss an der kanadischen Atlantikküste, was schließlich auch zu dem Verlust von Quebec im folgenden Jahr führte.

03.08.1758Battle of Negapatam - Bataille de Négapatam
Indischer Ozean

18.08.1758Seeschlacht bei Lagos - Battle of Lagos - Bataille de Lagos
Atlantik, portugisiesche Küste

  • Ausbruch der französischen Mittelmeerflotte aus Toulon
  • Vernichtung der französischen Mittelmeerflotte vor Lagos

Die aus 12 Linienschiffen und 3 Fregatten bestehende französische Mittelmeerflotte unter Admiral de la Clue nutzt den teilweisen Abzug der britischen Blockadeflotte um aus dem sicheren Hafen von Toulon auszubrechen. Das Ziel der Flotte war Brest, denn dort sollte die französische Flotte konzentriert werden um eine Invasion Englands zu unterstützen.

Es gelang den Franzosen nicht die Meerenge von Gibraltar unbemerkt zu passieren. Der britische Admiral Boscawen, alarmiert durch seine Fregatten, begann sofort mit der Verfolgung der gegnerischen Flotte. Admiral de la Clue versucht eine Schlacht zu verhindern, doch den Briten gelang es die Franzosen vor der portugiesischen Küste zu stellen. Fünf französische Linienschiffe und die drei Fregatten konnten sich in den Hafen von Cadiz retten, während die letzten Schiffe der Franzosen in Feinkontakt mit der britischen Vorhut gerieten. Nach einem heftigen Gefecht versuchte Admiral de la Clue zu flüchten. Das französische Flaggschiff Océan (80) lief an der portugiesischen Küste auf Grund, wurde von der Besatzung aufgegeben und von den Briten in Brand gesteckt. Der schwerverletzte Admiral de la Clue verstarb kurz darauf. Der Ausbruch aus Toulon endete für die französische Mittelmeerflotte in einem Desaster.

13.09.1759Schlacht auf der Abraham-Ebene - Battle of the Plains of Abraham - Bataille des Plaines d'Abraham
Nordamerika

Die Stadt Quebec war die Schlüsselposition auf dem amerikanischen Schauplatz des Siebenjährigen Kriegs. Am mächtigen St.-Lorenz-Strom gelegen, konnte man Dank der Küstenbatterien den Zugang zu den Großen Seen kontrollieren. Daher setzte Pitt alles daran die Stadt zu erobern.

Grundlage für die Eroberung von Quebec war die Einnahme von Louisburg einige Monate zuvor. Am 26. Juni 1759 landeten die Briten auf der Île d’Orléans im Sankt-Lorenz-Strom nahe Québec. Die Franzosen hatten nicht damit gerechnet, dass es der Royal Navy gelingen würde so viele Schiffe und Soldaten den Strom hinauf zu führen. Die britische Invasionsflotte unter Admiral Charles Saunders bestand aus 49 Schiffen und 13.500 Mann Besatzung. Die Belagerung der Stadt war so erfolgreich, dass die Franzosen über viele Wochen keine Nachrichten erhielten. Auch hierbei spielte die Royal Navy eine wichtige Rolle, denn ihre Boote kontrollierten den Fluss.

Die entscheidende Schlacht fand am 13. September 1759 statt. General James Wolfe, der den anschließenden Sieg nicht mehr erlebte, sammelte einen Großteil seiner Kräfte auf der Abraham-Ebene. Der französische Verteidiger Montcalm entschied sich zu handeln. Aus nicht ganz geklärten Umständen, begann der Verteidiger die einzige große Feldschlacht dieses Krieges auf amerikanischem Boden. Die gut ausgebildeten englischen Soldaten hatten leichtes Spiel mit den angreifenden Franzosen.

Die Schlacht dauerte nicht lange, das Ergebnis war jedoch enorm. Auf dem amerikanischen Schauplatz war Frankreich geschlagen. Der große Erfolg der Belagerung von Quebec wurde vor allem durch die ausgezeichnete Kombination von Armee und Marine erreicht.

20.11.1759Seeschlacht in der Bucht von Quiberon - Battle of Quiberon Bay - Bataille des Cardinaux
Atlantik, französische Küste

  • Entscheidender britischer Sieg
  • Die französischen Seestreitkräfte verlieren innerhalb weniger Monate eine weitere wichtige Flotte (siehe auch Seeschlacht bei Lagos am 18. August 1758)
  • Das "Trafalgar" des Siebenjährigen Krieges macht England zur Herrscherin der Meere

Admiral Comte de Conflans gelang kurz nach einem Sturm der Ausbruch aus dem von Sir Edward Hawkes Kanalflotte blockierten Hafen von Brest. Hawkes erfuhr von seinen Fregatten von dem Auslaufen der französischen Flotte und nahm sofort die Verfolgung auf.

Hawke ahnte, dass die Franzosen in der Biskaya der englischen Kanalflotte entwischen wollten und fährt ebenfalls in den Golf von Biskaya ein. Vor der Halbinsel Quiberon treffen die Flotten aufeinander. Conflans macht den gleichen Fehler wie wenige Monate zuvor Admiral de la Clue vor der portugiesischen Küste und versucht dem Kampf auszuweichen. Hawke gab das Zeichen „Jagd frei“ und die britischen Schiffe stürzten sich auf ihre Gegner. Es entbrannte ein Kampf zwischen britischer Vorhut und französischer Nachhut.

Vor Einbruch der Dunkelheit ließ Hawke seine Flotte ankern. Eine Verfolgung in der Nähe der gefährlichen Felsen war zu gefährlich. In der Nacht warfen sieben französische Schiffe ihre Geschütze über Bord und retteten sich auf den flachen Fluss Vilaine. Sieben französischen Schiffen gelang die Flucht nach Rochefort, während Conflans sein Flaggschiff auf Grund laufen lässt.

Mit dem Verlust der Flotte aus Brest verliert Frankreich, nur wenige Monate nach dem Verlust der Mittelmeerflotte, alle Optionen um England auf dem Meer gefährlich zu werden. Gleichzeitig ist die Gefahr einer Invasion Englands gebannt.

06.06.1762Schlacht um Havanna
Westindien Feldzug 1759–1763 (Teil der britischen Expedition gegen Havanna)

  • Großbritannien unter George Pocock (53 Linienschiffe) siegt über Frankreich unter Admiral Gutierre de Hevia (12 Linienschiffe)

Eine britische Flotte unter dem Kommando von Sir George Pocock setzt Truppen ab um Havanna einzunehmen. Trotz der geglückten Landung können die spanischen Truppen nicht überrascht werden. Um der britischen Flotte den Weg in den Hafen zu versperren werden drei Linienschiffe in der Einfahrt versenkt. Damit sind jedoch auch die neun im Hafen verbliebenen spanischen Schiffe eingeschlossen. Nach zäher Belagerung graben englische Pioniere einen Graben unter die Festungswand und sprengen eine kleine Bresche hinein. Ihnen gelingt es in kurzer Zeit die Festung einzunehmen, danach ergibt sich die Stadt. Neun spanische Linienschiffe, über 100 Landkanonen und gewaltige Mengen an Versorgungsgütern fallen in die Hände der Engländer.

Literatur
1759: The Year Britain Became Master of the World
McLynn, Frank
2004
London: Jonathan Cape
022406245X
Crucible of War: The Seven Years' War and the Fate of Empire in British North America
Anderson, Fred
2000
Faber and Faber
0375706364
The Seven Years' War. Essential Histories.
Marston, Daniel
2001
UK: Osprey
1841761915

Biografien

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