Shanty

Das Wort: „Shanty“ rührt wahrscheinlich von einer Verballhornung des franz. Verbs „chanter“ (singen ) her. Der Shanty ist ein Arbeitslied. Takt und Rhythmus sind abhängig von der jeweiligen Arbeit zu der der Shanty gesungen wird. Die Bezeichnung einzelner Shanties haben ihren Ursprung in der Arbeitsstation, an der sie gesungen wurden: Capstan Shanties, Halyard- resp. Windlass-Shanties und Pumping Shanties.

In der Royal Navy war das absingen von Shanties unerwünscht, resp. Verboten. Alle Arbeit hatte leise und still zu geschehen. Nichtsdestotrotz ist in vielen Quellen belegt, dass die Offiziere Musik spielen ließen um der Mannschaft die Arbeit zu erleichtern und ihnen einen Arbeitsrhytmus vorzugeben – ein Zwiespalt, den ich bis jetzt noch nicht ganz geklärt habe. So findet sich in einer Ausgabe des United Service Journal (1834) folgende Passage: „a fifer or a fiddler usually plays some of their favourite tunes; and it is quite delightful to see the glee with which Jack will `stamp and go´, keeping exact time to “Jack´s the lad” or the “College Hornpipe”, during the performance of various evolutions”

Der “College Hornpipe”, auch “Jack´s the lad“ genannt ist ein uralter, schottischer Tune der weltberühmt ist. Nachdem man ihn in den dreißiger Jahren für die Titelmelodie von „Popeye the sailor“ „verwandt hat, wurde er unter dem Namen: The Sailor´s Hornpipe“ bekannt. Auch auf der Platte „Tubular Bells“ von Mike Oldfield ist er zu finden. Zur alljährlichen „last night of the Proms“ wird dieser Hornpipe in einem Medley britischer Sea-Songs zum besten gegeben.

Ein Verbot von Shanties auf Schiffen der Royal Navy könnte seine Ursache darin haben, dass man schnell subversive Reime zu den Melodien hinzudichten kann, die man dann absingt, wenn gerade kein Offizier zugegen ist. Aus der Militärmusik ist diese Praxis hinlänglich bekannt. So gibt es zu dem Marschlied: „Wir preussischen Husaren“ eine zweite, inoffizielle Version namens: „Oh König von Preussen“, die sich gegen die Praxis des Gassenlaufens richtet.